Karl Nolle, MdL

DNN, 09.06.2001

Ohne absolute Mehrheit keine Entscheidung

Wer wird Oberbürgermeister?
 
DRESDEN. Fast 390 000 Dresdner - alle über 18jährigen Deutschen und EU-Bürger, die seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in der Stadt haben - können am Sonntag entscheiden, wer bis 2008 Oberbürgermeister sein soll. Genauer: Könnten. Denn wenn keiner der vier Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen bekommt, fällt die Entscheidung erst in einem zweiten Durchgang am 24. Juni. Dann reicht die einfache Mehrheit.

Über 27 000 Wähler haben ihr Kreuz schon gemacht, entweder per rief oder Direktwahl im Rathaus oder in den Ortsämtern. Bei der OB-Wahl 1994 nutzen nur rund 22 000 Wahlberechtigte diese Möglichkeit. Wählen ist auch ohne Wahlbenachrichtigung mit Personalausweis oder Pass möglich. Die Benachrichtigung gilt auch für den möglichen zweiten Durchgang.

Wer gar nicht weiß, ob er wählen darf und wo sein Wahllokal ist, kann sich am Info-Telefon des Wahlleiters unter 488-1120 schlau machen: am heutigen Sonnabend von 8 bis 16 Uhr, am Sonntag von 8 bis 18 Uhr. Die Auszählung in den Wahllokalen ist laut Verwaltungsbürgermeister und Wahlleiter Wolf-Dieter Müller (CDU) öffentlich. Sein Büro präsentiert die Ergebnisse am Abend im Plenarsaal des Rathauses (Eingang Goldene Pforte) und im Internet unter „www.dresden.de". Dresden-Fernsehen berichtet von 17.50 bis 20 Uhr direkt von der Wahl. Studiogast ist TU-Politikwissenschaftler Werner Patzelt.

Im Plenarsaal, wo sich für den Abend alle vier Kandidaten angekündigt haben, sollen erste Ergebnisse um 18.30 Uhr vorliegen. Ab 19.30 Uhr soll laut Müller eine Tendenz erkennbar sein. Das vorläufige Endergebnis erwartet er gegen 20 Uhr. Das amtliche Endresultat steht erst zwei Tage später fest, nach der Sitzung des Gemeindewahlausschusses am Dienstag.

Erhält kein Bewerber die absolute Mehrheit, gibt es eine Neuwahl am 24. Juni, für die sich von Montag bis Mittwoch neue Kandidaten melden können. Das würde auch dem Ex-OB Wolfgang Berghofer theoretisch wieder ein Türchen öffnen. Der hatte bei seiner Absage für den 10. Juni eine Bewerbung im zweiten Wahlgang belächelt, aber nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Die jetzigen vier Kandidaten stehen wieder auf dem Wahlschein, wenn sie ihre Bewerbung nicht bis Mittwochabend zurückziehen.

Welcher Kandidat auch immer am Sonntag vorn liegt, in der Terminvorschau des Rathauses heißt der Oberbürgermeister für die nächste Woche in jedem Fall Herbert Wagner: Dessen aktuelle Amtszeit läuft erst am 31. Juli aus.
(sta)

Karl Nolle im Webseitentest
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