Karl Nolle, MdL

DNN, 28.06.2001

"Ich will noch etwas bewegen": Wagner geht, CDU bleibt

"Schritte von beiden Seiten aufeinander zu"
 
DRESDEN. Oberbürgermeister Herbert Wagner (CDU) will erst nach seinem Abschied aus dem Rathaus am 31. Juli über seine berufliche Zukunft entscheiden. „Im August werde ich nachdenken, was ich mache", sagte Wagner gestern bei einer Pressekonferenz mit den Spitzen des CDU-Kreisverbands der Fraktion und der Jungen Union. Er werde Zeit brauchen, das Wahlergebnis zu realisieren, sagte Wagner. Vor ihm liege noch ein Lebensabschnitt: „Ich werde im September 53 Jahre alt und will noch etwas bewegen." Ob das in der Politik oder außerhalb geschehen soll, ließ er offen. Bedeutung maß Wagner einer Aussage von Politikwissenschaftler und TU-Professor Werner Patzelt im vergangenen Jahr zu: Der habe mit seiner Ansicht, dass ein Volkstribun wie Wolfgang Berghofer ihn als OB stürzen könne, "meinungsbildend in alle Lager hinein gewirkt".

Die Wahlniederlage hat in der CDU nur für Wagner unmittelbare Konsequenzen. Überlegungen zu vorgezogenen Neuwahlen fanden nach Angaben von Parteichef Dieter Reinfried im Kreisvorstand keine Mehrheit. In den nächsten "Tagen, Wochen, Monaten" werde sich zeigen, wer bereit ist Verantwortung zu tragen.

Zum Verhältnis zum künftigen OB sagte Reinfried, die CDU werde sich sinnvollen Kompromissen nicht verschließen. Er mochte sich von Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) keine Entschuldigung an Roßberg für dessen „Schrott aus Wuppertal" - Äußerung wünschen. „Ich denke, dass in Wahlkampfsituationen die Akzente schon ein wenig verschoben werden dürfen." Statt dessen sprach er sich für „Schritte von beiden Seiten aufeinander zu" aus.
(Sta)

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