Karl Nolle, MdL

Dresdner Morgenpost, 12.05.2001

Berghofer will nicht Kandidat der PDS werden

"Ich stehe nicht zur Verfügung"
 
DRESDEN. Um 12.17 Uhr war es raus: „Ich stehe nicht zur Verfügung." Ein Jahr haben die Dresdner auf ein klares Wort von Wolfgang Berghofer gewartet, gestern war's soweit. Der Ex-Bürgermeister will nicht OB werden. Schuld, so Berghofer, hat die PDS.

Über den Dächern von Dresden, im 15. Stock des WorldTrade Center, gab Berghofer seine Entscheidung bekannt. Sein Auftritt wirkte mehr wie ein Wahlkampfauftakt, denn wie ein Rückzug. Selbstsicher posierte er im dunklen Anzug für Kameramänner und Fotografen. Bis zum letzten Moment genoss der ehemalige SED-Funktionär den Trubel. Dann das endgültige Nein zur OB-Kandidatur.

„Ich habe mich sehr intensiv mit der Kandidatur beschäftigt", erklärte Berghofer. „Ich habe prüfen lassen, ob es juristisch überhaupt möglich ist." Immerhin war Berghofer IM bei der Stasi und ist verurteilter Wahlfälscher. „Die Anwälte haben gesagt, es ist überhaupt kein Problem." Auch seine Tätigkeit als Unternehmer und seine Beteiligung an verschiedenen Firmen hätte er aufgegeben.

Warum dann der Rückzug? „Ich wollte als unabhängiger Kandidat antreten. Ich bin nicht der Kandidat der SPD oder PDS - vor allem nicht der PDS", sagte Berghofer gereizt. „Mit der Unterstützung der PDS hätten die Chancen, die Wahl zu gewinnen, schlecht gestanden." Doch die PDS wollte nicht vom heutigen Berliner lassen. Berghofer: „Ich habe versucht, die Partei davon abzubringen." Erfolglos.

Dabei hatte er schon alles vorbereitet. Ein Wahlkampfteam war zusammengestellt, das Programm fertig und sogar die Fotos für Plakate waren schon geknipst. Insgesamt, so schätzt er, hat ihn allein die Wahl-Vorbereitung rund 100 000 Mark gekostet. „Ich hätte gewonnen."

PDS-Frau Christine Ostrowski will die Schuld nicht auf sich sitzen lassen: „Das ist doch Feigheit vor dem Feind. Berghofer schiebt die PDS nur als Alibi, als Feigenblatt vor.“

Karl Nolle im Webseitentest
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